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Dies ist das Kapitel „Details” - Es handelt sich um unsere detaillierte „alte” Website, die zurückreicht vom Jahr 2015 bis ins Jahr 1998, als das Projekt seinen Anfang nahm. Mehr Informationen zum Jerusalem Friedensmal und einen aktuellen Überblick finden Sie auf unserer neuen Website (Startseite):  www.jerusalem.vision


Vorwort

Yerushalayim (dt. Jerusalem, Gründung des Friedens) ist auf dem Erinnerungsstein am Eingang der Friedensstätte zu lesen. Der Name Jerusalem ist seit jeher eine Metapher für Schönheit, Hoffnung und Licht. Als „himmlisches Jerusalem” ist er ein Ruf nach einer Welt, in der Menschen in Frieden, Freiheit und Würde zusammenleben. Die hebräische Form des Namens wurde als ein versöhnendes Bekenntnis (Numeri 24:9) zu einer jüdischen Wurzel der europäischen Kultur gewählt. So wurden über das Christentum Werte der Tora, z. B. die 10 Gebote, in unserer Kultur verankert. Es sind Werte des Lebens.

Das Jerusalem Friedensmal ist durch seine architektonische Gestaltung und Lage nach Jerusalem ausgerichtet und es befindet sich im Geopark Bergstraße-Odenwald. Vom Friedensmal aus schaut man hinunter in die Rheinebene auf die Stadt Worms. Es ist die mittlere der auf einer Linie liegenden Rheinstädte Speyer, Worms und Mainz. In jüdischen Quellen werden diese Städte nach ihren Anfangsbuchstaben als SchUM Städte bezeichnet. Aufgrund ihrer Bedeutung für die jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa gelten sie als Geburtsstätte des europäischen Judentums im Mittelalter. Diese Städte waren das Jerusalem am Rhein (Film, ZDF, 45 Minuten). Durch Verfolgung der Juden und Zerstörung ihrer Gemeinden ging im Hochmittelalter die SchUM Kultur zugrunde. Dies wird in der modernen jüdischen Geschichtsschreibung oft als erster Fall eines Antisemitismus dargestellt, der nie zu vergessende Ereignisse schuf und dessen Höhepunkt die Shoa war (Referenz).

Das Jerusalem Friedensmal wurde von Bürgern mit eigenen Mitteln gebaut. Es ist ein positives Beispiel einer vorwärts gerichteten Gedenkkultur. Eine Zukunft in Würde und Freiheit gibt es, wenn wir uns der Vergangenheit stellen. Es bedeutet mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, weil eine Verantwortung daraus in der Gegenwart ins Leben findet. Im Bezug auf die SchUM-Städte sieht man die sich lange Zeit in der Geschichte spiegelnden Zusammenhänge. Dieses Projekt geht zurück bis zu den Gründen. Bereits die Anfänge der deutsch-jüdischen Geschichte brauchen Anerkennung und Frieden. Einen Bezug zur jüngeren Geschichte gibt es durch einen ehemaligen Rüstungsbetrieb im Tal unterhalb des Friedensmals. Dort waren gegen Ende des 2. Weltkrieges verschleppte Griechen und KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter eingesetzt. Das Friedensmal mahnt im Kontext eines Krieges und Zivilisationsbruchs, sich nicht von Ideologien gefangen nehmen zu lassen und es erinnert an die positiven „Werte von Jerusalem”.


-->  Kommentare zum Projekt (seit 1998)

-->  Medienberichte

Jerusalem Friedensmal für die Freiheit des Menschen

Ein Wendepunkt

„Erinnern alleine reicht nicht!” - ist der Anspruch des Jerusalem Friedensmals wie es in die Gesellschaft wirkt. Es braucht die heute wahrgenommene Verantwortung für das Leben. Seine Aussage „Wo sich Staub zu Licht wandelt” beschreibt einen Prozess, der sich positiv immer weiter in die Zukunft fortsetzen kann. Das steht der Vorstellung entgegen, eine Vergangenheit „endgültig bewältigt” zu haben, denn wo sollte eine positiv wahrgenommene Verantwortung (Tikun Olam) denn enden? Dabei geht es nicht um ein Handeln aus Schuldgefühlen heraus, sondern um eine echte Bewusstwerdung. Es ist damit auch die Chance, die jungen Generationen zu erreichen. Beim Friedensmal ist eben nicht der Frieden der Friedhofsruhe gemeint, sondern neues Leben; ein Frieden, der täglich neu gelebt selbst zum Weg wird.

„Dass wir die Zäune im Miteinander überwinden und unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen” - ist auf dem „Jerusalem Erinnerungsstein” am Friedensmal zu lesen. Gesellschaften wie Lebewesen sind immer in einer Veränderung. Das Jerusalem Friedensmal sei Erinnerung, aber auch Ermutigung und Zeichen für die positive Veränderung hin zur Freiheit und zum Licht; hin zum Leben.

-->  Grußwort eines Frankfurter Rabbiners
-->  Film zur Eröffnung (Rhein-Neckar-TV)
-->  Titelseiten: Jerusalem Post und HAARETZ


Jerusalem am Rhein
Blick ins Rheintal auf Worms (Entfernung: 22 km). Hier in den ShUM Städten entstand im Hochmittelalter die jüdisch aschkenasische Kultur.




Drei Informationstafeln am Ort beschreiben das Projekt. Den Text finden Sie unter: www.Jerusalem.vision

Zum Vergrößern anklicken - Ort der Besinnung und Begegnung in der Metropolregion Rhein-Neckar

Mensch sein - Leben am Friedensmal
--> mehr Bilder und ein Bericht über das Jüdische Fest Lag baOmer am Jerusalem Friedensmal

Das Leben ist schön. Von der Dunkelheit in der Welt ist viel in den Zeitungen zu lesen. Sie ist Teil unseres eigenen Lebens und berührt unsere Geschichte, unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen. Und doch wissen wir, dass wir nie in einer Welt zufrieden sein können, in der Ignoranz und grundloser Hass überschattet, was eigentlich ein Leben erfüllt von Schönheit, Wahrheit und Güte sein sollte.

Das  Jerusalem Friedensmal  besteht aus dem Jerusalem Erinnerungsstein und daneben dem „Friedensmal Wendepunkt”, ein 26 m großer Denkmalkreis, der den Baum des Lebens zeigt. Der Erinnerungsstein spricht mit der Inschrift „Wo sich Staub zu Licht wandelt” vergangenes Leid an und verweist darin auf das Friedensmal (siehe Red Heifer). Die Friedensstätte ist allen Menschen gewidmet und liegt am Europäichen Fernwanderweg Nr. 8 bei Bensheim in der Metropolregion Rhein-Neckar. Hier ist ein Ort, welcher für die Schönheit und Würde des Lebens steht. Das Jerusalem Friedensmal kann dem Menschen die innere Sehnsucht nach Heiligkeit wieder bewusster machen. Es ermutigt, selbst sein Leben anzuschauen und den guten Entwicklungen bei sich und Anderen den Raum zu geben. Der Kampf gegen das Schlechte in der Welt hat vielleicht nie ein Ende. Würde aber nicht viel an Dunkelheit vergehen, wenn man Schönes und Gutes bei sich und Anderen wahrnehmen wollte? So fängt Frieden im Innern an, davon aus wirkt er ins Kleine und davon aus in die großen Zusammenhänge.

Erst wenn Ignoranz, Selbstgerechtigkeit und Gehässigkeit in den Beziehungen einem wahrhaftigem Umgang miteinander weicht, kann das Motto nach der Shoah „Nie Wieder!” wahr werden. Die „Idee von Jerusalem” bezeichnet eine hoffnungsvolle Vision des Zusammenlebens und bedeutet, dass freie Menschen den Frieden, die Versöhnung und ein Verständnis von sich und anderen suchen. Das Jerusalem Friedensmal ist ein Symbol dieser Idee und es bringt eine Verbindung zu den Herzen der Menschen, „wo sich Staub zu Licht wandelt”.

Mehr über den geistigen Hintergrund dieses Projektes erfahren Sie in dieser Ausarbeitung über Nelly Sachs mit einigen ihrer Gedichte und einiges an interessanter Philosophie.

Friedensmal im Geopark Bergstraße-Odenwald” - unter diesem Link finden Sie eine Diaschau mit der Umgebung des Friedensmals und eine Erläuterung zum „Baum des Lebens”.



Der Eingang ins Friedensmal
Inschrift auf der „Schwelle der Demut”


Die Inschrift am Eingang des Denkmals zum „Baum des Lebens” hin lautet: „Erkennet Das Heilige In Eurer Mitte”. Sie ist auf die graue „Schwelle der Demut”, die das Denkmal nach außen hin begrenzt, aufgebracht. Um in die Mitte zu gelangen, geht der Besucher „auf dem Gang nach innen” über diese Schwelle. Der Mensch trägt unantastbar Heiliges in sich. Deshalb gilt: Die Würde des Menschen ist unantastbar (1. Artikel des deutschen Grundgesetztes). Mögen wir den inneren Weg dieser Selbsterkenntnis in Richtung Frieden und Freiheit gehen, statt die eigenen inneren Schmerzen in die Umwelt auf andere Menschen und Geschehnisse zu projizieren.


Wie es begann - Kontext und Schlußfolgerung

Es war im März 1998. Ich saß im Auto auf der langen Fahrt von Bensheim nach Traunstein. Im Radio wurde auf vielen Kanälen über die Berliner Mahnmal-Debatte berichtet. Ich stellte mir Fragen: Warum wollen Menschen ihre Vergangenheit aufarbeiten oder die Vergangenheit ihres Landes und bleiben dann in der Dunkelheit, statt sich gerade wegen dieser Dunkelheit dem Leben zuzuwenden? Warum belastet ein Land, das in seiner Geschichte schon soviel Schuld auf sich geladen hat, seine Kinder mit Schuldgefühlen, statt sie als Konsequenz zu wirklich freien und mündigen Bürgern zu erziehen? Warum wollen wir nicht gerade wegen der Dunkelheit in der deutschen Geschichte über Mahnmale hinaus auch Friedensmale bauen, die dem Mahngedenken Hoffnung und neues Leben mitgeben könnten? Eine Kultur definiert sich durch die Symbole, die sie sich setzt. Inwieweit sind ihre Denkmäler und Symbole also eine Ermutigung, sich für Frieden und Freiheit zu engagieren und wäre das nicht „aus der Vergangenheit zu lernen”?

In dieser Nacht in Traunstein sah ich gegen Morgen in einem Traum wie in einem kurzen Film einen Ausschnitt vom Bild des Friedensmals. Es war wie ein erstes Puzzlestück, das meine ganze Neugierde weckte. Mein Unterbewusstsein muss sich in dieser Nacht mit der Thematik, mit der ich vorher nie etwas zu tun haben wollte, sehr beschäftigt haben und so begann die innere Entdeckungsreise an deren Ende 16 Jahre später die ganze Form des Friedensmals - als echtes Denkmal im Äußeren gebaut - stehen sollte. Den Mut überhaupt daran zu denken, dieses aufwändige Denkmal zu bauen, hatte ich wegen der ersten positiven Reaktionen einiger Überlebender des Holocaust, als ich ihnen den neuen Ansatz des Friedensmals vorstellte. Lesen Sie hier unter anderem den Kommentar von Kurt Hacker, Präsident des Internationalen Auschwitzkomitees.

Kunst ist eine wesentliche Kraft für die kulturelle Entwicklung. Das Jerusalem Friedensmal sei ein Schritt aus der reinen Mahnmalkultur in eine Kultur, in der auch Friedensmäler für die gelebte Konsequenz einer dunklen Vergangenheit stehen und ein Licht fürs Miteinander sind. Denn wie schlimm muss es kommen, bis wir es uns erlauben wollen auch die Loslösungen von Terror, Hass und Gewalt als Denkmäler zu formulieren?

Sind wir in Deutschland dann durch neue Friedensmäler endlich als Land frei von Schuldgefühlen und dadurch in Frieden mit uns selbst? Dafür kann aber ein Denkmal gar nicht sprechen. Wie könnten Denkmäler denn ein Land freisprechen? Das Friedensmal spricht von einer persönlichen Verantwortung, die man im Leben hat und wahrnehmen will.  Nicht Denkmäler, sondern jeder selbst ist für das verantwortlich, was er mit sich herumträgt und auch in diesem Sinne tut und damit weitergibt. Aber diese Klarheit um eine Konsequenz, die ins Leben finden muss, in die Denkmäler zu bringen, ist ein Paradigmenwechsel in der Erinnerungskultur. Es würde sich eine Verbundenheit mit Yerushalayim (Jerusalem) in einem tieferen Verständnis ergeben. Es würde Frieden bringen.



Die Mitte des Friedensmals wurde zuerst gebaut. Alles ist von der Mitte her konstruiert. Darunter befindet sich in einer Kapsel der 1. Psalm.



Kein Kampf

Im Lärm und Kampf
bestehen und siegen
soll die Weisheit darin liegen
sich im Innern zu verbiegen?
*
Aus der Stille, aus dem Innern
reicher als des Goldes Schimmern
reiner Worte sich erinnern
dass sie richten Seelen auf
(T. Zieringer, 2014)

Ein Baum des Lebens im Friedensmal (Ø 26 m)

Der im Friedensmal liegende Baum des Lebens, der mit seinen Wurzeln Richtung Jerusalem weist, durchbricht den „dunklen Ring der Gewalt” mit 11 „Steinen” als Projektionsflächen eines entfremdeten Verstandes. Die „Steine” sind aus Odenwaldquarz, einem polykristallinem Rosenquarz aus unserer Region. Der Ring ist auch von außen über eine helle und freundliche Fläche aufgebrochen - für den Tanz des Lebens, für eine Erneuerung und Wiedergeburt: Freude kann uns näher zum Licht bringen. Der Baum des Lebens steht im Judentum für die Torah (Weisung, 5 Bücher Mose), von der Rabbi Hillel sagte: „Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht. Das ist die ganze Torah und alles andere ist nur die Erläuterung”. Wollte man sich nur daran halten, wäre der Frieden in der Welt nicht mehr weit. Yerushalayim steht auf dem Erinnerungsstein am Eingang der Friedensstätte geschrieben. Es ist auf den 12. Gedenkstein geschrieben, der „der Welt zugewandt” außerhalb des Friedensmalkreises steht. Dieser Ruf nach einer besseren Welt ist mehr als ein Ort, Jerusalem ist ein Zustand der Schönheit.





Nicht   Dunkelheit   ist  die  Quelle  des  Lebens,    sondern    Licht;                       
dafür steht das Friedensmal:  „ERKENNET DAS HEILIGE IN EUER MITTE”  (Inschrift).

Ephraim Kishon
 Ephraim Kishon
Kishon Referenz



Alternative zum Nihilismus

Das Jerusalem Friedensmal könnte man auch als Identitätsmal bezeichnen, geht es doch um den Frieden mit der eigenen Identität. Thema ist also auch die kulturelle und spirituelle Entwurzelung in der heutigen Zeit. Für den Einzelnen wird es immer schwieriger, einen Halt im Äußeren zu finden. Was ist ideologisches Konstrukt und was ist Wahrheit darin? Im Friedensmal sehen Sie den „Baum des Lebens” in Form eines Reliefs. Es ist die Sicht „von oben”, die Vogelperspektive. Es bedeutet, sich in einer inneren Erfahrung selbst zu betrachten: Wer bin ich? - Mit seinen Wurzeln ist der Baum nach Jerusalem ausgerichtet. Das bezeichnet eine tiefe Wurzel unserer abendländischen Kultur, die heute mehr oder weniger mit inneren Zäunen abgeschnitten ist. Die größte Zerstörung an dieser Wurzel geschah im sogenannten 3. Reich.

Gesellschaftlich sei das Friedensmal ein Wegweiser zu einer gesunden kulturellen Identität, die sich „im Schönen, Wahren und Guten” wieder zu finden vermag. Dahinter steht eine lange Kulturgeschichte, die in der Religion gründete und in welche die Aufklärung und der Humanismus hineinwirkte. Das führte zu einer kulturellen Blüte. Eine Kultur der Entwurzelten ist nicht überlebensfähig. Nur ein Baum der Wurzeln hat, kann sich in den Himmel strecken. Nur ein Mensch, der die Wurzeln seiner Herkunft und Kultur hat, kann sich über Zäune und Grenzen hinweg hinüberlehnen und sich dem Nachbarn mitteilen. Das würde Frieden bringen, die Welt kulturell reicher machen und mündete in eine echte Wertschätzung des Anderen, statt einer bloßen Toleranz.

Dabei kann Heilung nur recht still von innen heraus beim einzelnen Menschen und von unten her aus der Bürgergesellschaft geschehen. Das ist eben gerade nicht „weniger wichtig”. Deshalb wurde die Form eines stillen Ortes der Einkehr in der Natur gewählt, statt eines wichtig erscheinenden lauten Ortes in der Welt. Das Jerusalem Friedensmal befindet sich in Bensheim-Hochstädten in der Nähe von Frankfurt a. M. und ist über 17 Jahre hinweg in Eigeninitiative und ehrenamtlicher Arbeit entstanden. Das sei ein Zeichen, dass Bürger Verantwortung in der demokratischen Gesellschaft übernehmen, dass sie demokratisch bleibt. Frieden und Freiheit braucht die Bürger, die dafür Verantwortung tragen. Von hier aus ließe sich die kulturelle Entwurzelung überwinden.


Musik für die Seele:
(Aufnahmen von drei Live-Auftritten)

Hallelujah              Bridge over troubled water              einfach wieder schlendern...

Violett steht für Umkehr und Veränderung.  Grün steht für Hoffnung und Leben.  Gold steht für Freude und Licht.


Einweihung des Jerusalem Erinnerungssteins - ein Gleichnis
(einen abstrakten Gedanken durch Vergleich mit einer anschaulichen Handlung verständlich machen)



Baum des Lebens

Das Schild wurde geknickt. „Frieden für die Welt” ist eine Aufgabe, die nur gemeinsam zu schaffen ist.

Ihren Ursprung hatte die Idee vom Jerusalem Friedensmal in der Berliner Mahnmal-Debatte. In der Idee spiegelte sich die Erkenntnis, dass es über die Mahnmale für die Vergangenheit hinaus in diesem Kontext auch die öffentlichen Plätze und Symbole braucht, die auf eine gute Zukunft miteinander ausgerichtet sind.



Der Erinnerungsstein
staub

Dieser Satz wurde nach einem Gedicht von Nelly Sachs „Ihr Zuschauenden” gewählt. Vor dieser Seite des Erinnerungssteins stehend schaut man nach Westen in das Hochstädter Tal. Gegen Ende des 2. Weltkriegs war dort ein Forschungs- und Entwicklungsinstitut aufgebaut worden. Es stand unter der Leitung der Firma Heymann, die von der SS mit beträchtlichen Mitteln gefördert wurde. Ein Großteil der im Nachbarort Auerbach untergebrachten 129 griechischen Zwangsarbeiter musste jeden Morgen den Marsch nach Hochstädten antreten (Referenz). Unter unwürdigen Bedingungen mussten sie dort die Stollen eines Bergwerks für das Institut ausbauen. Die griechischen Männer waren am 17. 8. 1944 bei einer Razzia in Nikea (bei Athen) vom deutschen Militär festgenommen und nach Deutschland für die Zwangsarbeit verschleppt worden (Razzia von Kokkinia).

KZ-Häftlinge wurden als Facharbeiter für die Bedienung von Werkzeugmaschinen, für die technische Entwicklung und für Bauarbeiten eingesetzt. Laut eines Zeitzeugen (Herr Bitsch, Hochstädten) hatten sie in Hochstädten im Sauloch den Rohbau von drei weiteren Barracken fertiggestellt. Eine Baracke hinter dem heutigen Tennisplatz in Hochstädten war bereits fertig und mit Inventar für die technische Entwicklung ausgestattet (Zeichenbretter, Zeichenrollen...). Im Wald dahinter war eine Barracke als gemeinsame Unterkunft für die KZ-Häftlinge und das Wachpersonal gebaut worden. Ursprünglich war der Betrieb in Darmstadt angesiedelt. Auf Grund der Angriffe der Aliierten wurde er Ende September 1944 nach Bensheim-Hochstädten verlagert (Referenz, S. 39), um die Bergwerksstollen als Schutz vor Luftangriffen zu nutzen. Vermutlich sollten Kreiselkontrollsysteme für die Stabilisierung von Flugkörpern und Torpedos gefertigt werden. Laut des Zeitzeugen war die zukünftige Produktionshalle im Bergwerk (Heymann-Saal) noch im Ausbau. Mit modernen Maschinen wurden jedoch bereits in den Seitengängen der Mine Gehäuseteile vom ca. 10 cm Durchmesser für technische Systeme produziert. Nach dem Krieg wurden die Maschinen, vor allem Drehbänke, zunächst in einer Halle des Handwerkbetriebs Fuchs in Bensheim-Auerbach untergestellt. Sie waren laut des Zeitzeugen als Reparationsleistung für die Siegermächte vorgesehen.

Dieses Lager in Hochstädten wurde als Außenlager „Bensheim-Auerbach” des KZ Natzweiler im Elsass geführt. Geplant war bereits für Darmstadt der Ausbau auf 300 Häftlinge (Referenz, S. 49 u. 51). Das konnte jedoch auch in Bensheim-Hochstädten nicht mehr verwirklicht werden. Im Oktober 1944 waren hier ca. 25 KZ-Häftlinge untergebracht (Referenz). Spätestens ab dem 6. Februar 1945 war die Lagerbelegung auf ca. 60 Häftlinge angestiegen (Referenz, S. 88, S. 120). „Bei einer Firma, die in Hochstädten in einem Stollen untergebracht war, haben ca. 20 Häftlinge ... an Drehbänken gearbeitet. Etwa 10 Lagerinsassen waren bei Außenarbeiten an diesem Stollen eingesetzt; diese haben einen Luftschacht gebaut. Etwa 6 Insassen arbeiteten in einer Baracke unmittelbar beim Lager. Diese waren mit Zeichenarbeiten beschäftigt. Der Rest war im Wald beim Holzfällen und Errichtung von Baracken eingesetzt” (Barch B 162 / IV 419 AR 1436/68). Die letzte gesicherte Angabe über die Belegung des Außenlagers ist eine Liste des KZ-Dachau in der verzeichnet ist, dass dort 75 Häftlinge am 2. 4. 1945 von Auerbach eintrafen (Referenz). Darin eingerechnet sind 15 - 21 Häftlinge aus dem Unterlager Darmstadt-Grießheim, das verwaltungstechnisch über das Außenlager Auerbach geführt wurde. Das bestätigt * die Belegung des Außenlagers Auerbach mit ca. 60 Häftlingen zur Zeit der Schließung.

Diese Tafel (Arno Huth, KZ-Gedenkstätte Neckarelz) über die Auflösung des KZ Natzweiler zeigt das System der Außenlager und welchen Platz darin das Außenlager Bensheim-Auerbach einnahm. Bevor die Allierten am 27. 3. 1945 eintreffen sollten, wurde wenige Tage zuvor das Außenlager geräumt. Die Häftlinge wurden in das Konzentrationslager Dachau evakuiert. Thema ist somit auch das eine System von Haupt- und Nebenlagern, das während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft Europa überzog. Nach einem Bericht der New York Times vom 1. März 2013 gab es ca. 42.500 NS-Lager, Ghettos und Einrichtungen mit Zwangsarbeitern in den von Deutschland kontrollierten Gebieten Europas bis nach Russland hinein. Man hätte in Deutschland kaum irgendwo hingehen können, ohne auf ein Lager zu treffen, heißt es in dem Bericht (Referenz).

* Bitte beachten Sie, dass gemäß der Liste 1 Häftling auf dem Weg nach Dachau starb. Auch war es nicht unwahrscheinlich, dass einige Häftinge bei einer solchen Evakierung fliehen konnten. Herzlichen Dank an Herrn Dr. Kilthau, Synagogenverein Zwingenberg und Herrn Arno Huth, KZ-Gedenkstätte Neckarelz, für die bereitgestellten zeitgeschichtlichen Dokumente.


Einschub: Was haben die aus einer christlichen Kultur stammenden griechischen Zwangsarbeiter mit einem „Jerusalem Friedensmal” zu tun, das sehr auf das Judentum bezogen ist? Warum würde es wie Heuchelei wirken, würde man nun nicht beim Namen „Jerusalem Friedensmal” auch auf das Schicksal der Griechen am Ort eingehen? Es sind zwei Ideen im Namen, die zueinander passen: Frieden ist universell; er gilt allen Menschen. Jerusalem gilt den Juden, Christen und Muslimen als heilige Stadt. Sie könnte und sollte die Menschen zueinanderbringen. - Eine interessante Aussage: ohne den griechischen und jüdischen Beitrag in der Geschichte gäbe es keine deutsche Kultur.



Diese Seite des Erinnerungssteins, roh und unbeschriftet, ist dem Gelände des ehemaligen NS-Lagers zugewandt. Sie spricht darin das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte an. Hinter den auf dem Bild sichtbaren Bäumen und einem Hügel liegt Bensheim und das Rheintal. Einst gab es ein reiches jüdisches Leben in unserer Gegend. Am 9. November 1938 brannten die Synagogen; auch in den Städten Speyer, Worms und Mainz mit ihrer großen jüdischen Vergangenheit. Am 10. November brannte die Synagoge in Bensheim. Die jüdischen Gemeinden in ganz Deutschland und später weit darüber hinaus wurden zerstört. Die jüdischen Deutschen wurden vertrieben oder ermordet. In Bensheim war man damals „staatstragend”. Nach der Bombardierung Darmstadts im 2. Welkrieg wurde die Gestapo-Dienststelle für Hessen nach Bensheim verlegt (Kirchbergmorde).

Doch das schwer Auszusprechende in der Beziehung Deutschlands zum Judentum im eigenen Land reicht weit zurück. Die bereits angesprochene ShUM-Kultur in den Rheinstädten Speyer, Worms und Mainz war von so großer Bedeutung, dass die damit begründete aktuelle Bewerbung dieser Städte für den Titel „Weltkulturerbe” angemessen erscheint. Auf dem Weg nach dem Jerusalem in Israel zogen im Jahr 1096 christliche Kreuzritter durch das „Jerusalem am Rhein”, die ShUM-Städte. Juden, die nicht bereit waren zum Christentum überzutreten wurden niedergemetzelt. Die Kreuzritter hinterließen eine Spur der Verwüstung. Es gab auch in der folgenden Zeit immer wieder Pogrome gegen Juden, so geschehen kurz nach dem 3. Kreuzzug im Jahr 1195, sowie in den Jahren 1282 und 1343 (Referenz). Erwähnt werden müssen die Pogrome in den Jahren 1348 bis 1351 in Deutschland zur Zeit der Pest, die man „den Juden” anlastete, weil sie Brunnen vergiftet hätten. Wegen einer besseren Hygiene auf Grund religiöser Vorschriften waren Juden sehr viel seltener erkrankt.

Es soll deutlich sein, dass hier im Kontext einer dunklen Vergangenheit nicht der Jerusalem Erinnerungsstein etwas Dunkles hat. Es wird die Geschichte seiner Umgebung beschrieben. Der Jerusalem-Stein erinnert an das, was die Inschrift auf seiner Rückseite aussagt: „Ein Ruf voller Liebe nach Freiheit für den Menschen. Dass wir die Zäune im Miteinander überwinden und unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen.” Wir erkennen die Vergangenheit an, wir erinnern uns daran, wer wir sind und begegnen der Gegenwart. Leben geschieht in der Gegenwart: Wo erleben wir heute Krieg und Unfreiheit statt Frieden und Freiheit im eigenen Leben? Wo können wir Verantwortung für eine schönere Welt übernehmen? Wo fängt unsere Verantwortung an? Eine Schieferplatte unter dem Stein verweist mit der Inschrift „Wo sich Staub zu Licht wandelt“ auf das Friedensmal daneben, das den Gang ins eigene Innere zeigt. Es bezeichnet einen inneren Frieden, den man in sich finden kann, den man nach außen in die Welt tragen wird.

„Ihr Zuschauenden, die ihr keine Mörderhand erhobt, aber die ihr den Staub nicht von eurer Sehnsucht schütteltet, die ihr stehenbliebt, dort, wo er zu Licht verwandelt wird”  (aus dem Gedicht „Ihr Zuschauenden” von Nelly Sachs).



Tanz für die Freiheit im Friedensmal; es ist der Tanz in den Farben des Regenbogens um den Baum des Lebens. Die Tänzer schaffen in anmutigen Bewegungen einen Zugang zur Empfindung von Schönheit und Freude durch ein berührtes Herz. Das Friedensmal neben dem Jerusalem Erinnerungsstein steht für den Gang ins eigene Innere. „Wo sich Staub zu Licht wandelt” - Frieden und Freiheit fangen im eigenen Inneren an.



Das Bild wurde in der Zeit aufgenommen, als das Friedensmal noch im Bau war. Es zeigt ein 24-Eck, um das man 24 Stunden, den ganzen Tag und das ganze Leben herumlaufen könnte und man drehte sich im Egowahn doch nur um sich selbst. Man hält inne und geht dann über die „Schwelle der Demut” - die äußere Schwelle des Denkmals mit der Inschrift „Erkennet das Heilige in eurer Mitte” - in die eigene Mitte: das Denkmal zeigt den Baum des Lebens, der einen dunklen Ring durchbricht. Der Ring steht für den entfremdeten Verstand. Die Steine stehen für Projektionsflächen - so arbeitet der Verstand. Betrachtet man sich aus der Vogelperspektive, deshalb liegt der Baum des Lebens als Relief im Denkmal, so erkennt man sich selbst. So ist man nicht mehr Gefangener des begrenzten Verstandes, sondern lernt vom Herzen her zu handeln. In der eigenen Mitte, in der Beziehung zwischen Himmel und Erde, verliert das Ego seine fesselnde Kraft und der Mensch wird in sich frei. So findet man inneren Frieden. Darin - vom Friedensmal aus - betrachtet man den Jerusalem-Erinnerungsstein, den 12. Stein außerhalb des Friedensmalkreises und erinnert sich einer Verantwortung fürs Leben in der Welt, die Liebe meint.



Ein Grußwort des Frankfurter Rabbiners Andrew Steiman zur Einweihungsfeier: „Jerusalem ist überall dort, wo Schönheit ist.” Dies ist die andere lichte Seite des Erinnerungssteins. Sie spricht von der Schönheit im Zusammenleben, wenn der Mensch nicht mehr des Menschen Feind sein braucht, weil er sich selbst im Anderen sehen kann und mit sich selbst Frieden schließen konnte. Der freie Mensch wirkt in die Welt in seinem Frieden. Der Egoismus, sich nur um das eigene Wohl zu kümmern verliert an Kraft. Yerushalayim bezeichnet die Friedenshoffnung der drei monotheistischen Weltreligionen.



Immer mehr Menschen strömen an einem schönen Herbsttag zum Jerusalem Friedensmal. Es liegt zwischen Frankfurt und Heidelberg, zwischen Mannheim, Worms und Michelstadt am Europäichen Fernwanderweg Nr. 8 bei Bensheim an der Bergstraße. Das Friedensmal wurde am Wanderweg gebaut, weil man sich für den Frieden auf den Weg machen muss. Man findet ihn auch nicht im Lärm und der Wichtigkeit der Welt, sondern gut in einer stillen Pilgererfahrung an einem Ort, der Schönheit ausstrahlt, der Kraft gibt und an dem man Gleichgesinnte treffen kann.



„Yerushalayim (...), dass wir die Zäune im Miteinander überwinden und unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen” - lautet die Inschrift auf dem Jerusalem Erinnerungsstein. Es sei ein Ruf der Sehnsucht nach Frieden und einem von Respekt geprägten Umgang der Menschen miteinander. Hiermit wird das Thema „gesunde Grenzen” angesprochen. Das Friedensmal zeigt, wie auf dem Weg nach innen durch den inneren Frieden, Grenzen im äußeren überwunden werden. Man kann starre „Zäune” um sich errichten, um sich vor Verletzungen zu schützen. Wer „Zäune” abbaut, muss Verletzungen in Kauf nehmen. Wir müssen aber wo es geht „Zäune” zwischen uns überwinden wollen, so dass man sich verstehen lernt. So würde viel Freiheit und Frieden in die Welt kommen. Allerdings ist eine Welt oder Menschen ohne „Zäune” - ohne Grenzen - eine Illusion. Denn ohne Grenzen kann die eigene Identität nicht gesichert werden. Die Grenzen sollen gesund sein, d. h. sie sind flexibel und gerecht definiert, aber nicht starr und unbeweglich und nicht höher als nötig. So findet man den gesunden Ausgleich, sich „über die Zäune hinweg” um das Wohl der Anderen zu sorgen, weil es einem selbst auch gut gehen darf.



Der Bensheimer Stadtrat Oliver Roeder (links) und der Künstler Thomas Zieringer (rechts) genießen das Fest.



„Jerusalem aus Gold” erklang auf der Geige zur Einweihung des Jerusalem Erinnerungssteins.



Die Friedensrose in der Mitte macht Menschen neugierig. Manche sagen dazu „Davidstern oder Weihnachtsstern auf einer Weißen Rose” oder andere sehen darin das Herzsymbol universeller Liebe und Heilung. Das Symbol bringt Menschen und Religionen zueinander, denn es spricht von der gemeinsamen Menschlichkeit. Die archetypische Bedeutung des Symbols: zwei Dreiecke verbinden sich miteinander im Herzen des Menschen; Himmel und Erde begegnen sich. Das eine Dreieck steht für das Männliche oder den Geist (Himmel) und das andere für das Weibliche oder die materielle Welt, in der wir leben (Erde). Die Welt ist im Ungleichgewicht, weil diese innerste Kommunikation gestört ist. Besonders trifft das heute Beziehungen von Männern und Frauen. Aber auch die Gesellschaft mit ihrer lebensfeindlichen Ausprägung heute ist eine Konsequenz, dass sich der „männliche” Geist, die zivilisatorische Schaffenskraft, zu sehr vom „weiblichen” Sinn für die Welt, nämlich eine gesunde Art miteinander zu leben, entfernt hat. Ideologische Abgehobenheit ist sogar zerstörerisch für eine Gesellschaft und ihre Nachbarn. Es geht allerdings nicht um ein einseitiges Problem „der Männer”. Auch wäre es genauso ein Zeichen einer gestörten inneren Kommunikation, würde das Männliche nicht als gesunder und notwendiger Teil des Ganzen angenommen, wie eben das Weibliche auch. - Das Zentrum des Friedensmals ist ein Symbol des Herzens.


Kommentar einer Besucherin

Das Friedensmal steht nicht nur für Frieden. Es ist ein Platz der Stille, der Besinnung, der inneren Einkehr... - es ist ein Kraftplatz, es ist ein ganz besonderer Platz. Das kann man allerdings nicht mit dem Kopf erspüren und erkennen, nein, das geht nur mit dem Herzen. Wir Menschen sind dazu aufgerufen uns langsam mal auf diesen Weg zu begeben. Ein chinesisches Sprichwort sagt „Kein Weg ist länger, als der Weg vom Kopf zum Herzen“ Aber letztlich wird jeder dort ankommen, es ist nur eine Frage der Zeit.

Ich bin sehr gerne am Friedensmal und ich beobachte sehr oft, dass die Menschen innehalten. Fußgänger bleiben stehen, Fahrradfahrer steigen ab, sie verweilen einige Minuten und schauen auf das Mal, viele setzen sich auch auf die Bänke. Es wird ganz offensichtlich angenommen. Ich bin dem Initiator und allen anderen, die an der Entstehung dieses Platzes mitgewirkt haben, sehr dankbar. Machen Sie bitte einfach weiter so, denn es gibt sehr viel mehr Menschen, denen dieser Platz gefällt und gut tut, als sie glauben. Sigrid








Kunst ist mehr als Unterhaltung; sie kann neue Bilder zu denken geben und ist damit eine der wesentlichen gesellschaftsverändernden Antriebskräfte. Kultur ist kein schöngeistiger Luxus, sondern das Fundament jeder Gesellschaft.

Krieg und Gewalt haben heute viele Denkmäler, was aber ist mit Frieden und einem ehrlichen Miteinander? „Die Welt ist schlecht” - das ist gerade die Erklärung, nicht besser zu handeln. Es mündet in einer Abwärtsspirale, ein Teufelskreis - im Denkmal symbolisiert durch den dunklen Ring, der aber vom Baum des Lebens durchbrochen wird! Das Friedensmal soll ein Signal sein, diesen negativen Prozess ins Positive zu wenden.

Lassen Sie sich inspirieren. Es gibt hier Spiritualität, aber keine religiöse oder politische Ideologie, die Sie glauben müssten. Diese Denkmalstätte ist die Idee eines Künstlers. Hinter die Idee stellte sich ein kleiner gemeinnütziger Verein von Unterstützern. Das ganze Projekt ist rein privat finanziert und in ehrenamtlicher Arbeit verwirklicht worden. Da hier niemand Geld oder Macht verdienen kann, ist es mit einer Unterstützung in unsere Gesellschaft - so wie wir sie uns heute eben eingerichtet haben - oft recht schwer. Dennoch zählen solche „idealistischen Ideen” und tragen eine gesunde Gesellschaft mit. Sie finden hier hier den Vorschlag, in sich selbst zu gehen und zu hören, was da klingt, zu spüren, was da ist. Das heißt, sich auf einen wirklichen Weg zu machen... - das wohl größte Abenteuer des Lebens.

Das Jerusalem Friedensmal befindet sich im Ortsteil Hochstädten im südhessischen Bensheim in der Metropolregion Rhein-Neckar. Besuchen Sie eine der schönsten Landschaften dieser Gegend. Hinter der Burgruine Schloss Auerbach zwischen den Touristenzielen Staatspark Fürstenlager und Felsenmeer (Lautertal) liegt das Friedensmal in der freien Natur an einem Wanderweg; dem Europäischen Fernwanderweg Nr. 8. Für den Frieden muss man sich auf den Weg machen. Im Lärm der Welt kommt man nur schwer zu sich. Der einzelne Besucher findet mit dem Friedensmal einen Ort der Kontemplation und Einkehr. Der Weg nach Innen sei ein Weg in die Freiheit, die man nach außen ins Miteinander trägt.

„ER erschien dem Moses nicht am Palast des Pharao, sondern auf dem Land am Rande des Wegs.”



Das Jerusalem Friedensmal - ein Bürgerprojekt  -  Entwicklungszeit 17 Jahre
Bericht zur ersten Eröffnung am 17. Mai 2012  (Link)
Einweihung der Friedensrose in der Mitte des Friedensmals

Bericht zur zweiten Eröffnung am 21. Oktober 2012  (Link)
Einweihung des Jerusalem Erinnerungssteins auf der Friedensstätte



JERUSALEM FRIEDENSMAL, BENSHEIM, DEUTSCHLAND

Friedenszeichen

Der Baum des Lebens durchbricht den dunklen Ring des Terrors und der Gewalt. Die ersten Steine wurden aufgestellt. Die Steine stehen als Projektionsflächen. Sind wir in einer relativen Wahrheit (Projektionen) unseres Verstandes gefangen oder haben wir Zugang zu der tieferen Wahrheit unseres Herzens?

Kreis - Ø 26 m - mit 24 Stufen. Das Friedensmal ist umgeben von der hellgrauen Schwelle der Demut. Auf ihr steht geschrieben: „Erkennet das Heilige in eurer Mitte”. Das Friedensmal zeigt den Weg in die eigene Mitte. Im Zentrum des Friedensmals im Zentrum des „Baums” kann man sich dann drehen - das Friedensmal als ein Wendepunkt - und einen Segen hinaus in die Welt tragen.


Projektbeschreibung

  • Das Friedensmal ist ein Symbol der Versöhnung zwischen Menschen und in unserem eigenen Wesen. Sich der Vergangenheit zu stellen und eine Verbindung zu ihr zu haben ist wichtig. Sogar wenn darin Schmerz liegt. Aber es geht darüber hinaus: wir müssen uns darum bemühen wollen, die Last der Vergangenheit in einen Segen für die Zukunft zu wandeln. Nur dann können wir von wahrer Verantwortung sprechen.

  • Diese Arbeit geschieht am Fundament unserer Kultur, welche sich in tausenden an Jahren entwickelte und etablierte. Um eine Nachhaltigkeit sicherzustellen, müssen die Erkenntnisse in der materiellen Welt sichtbar werden; in der Sprache der Kunst, in den Symbolen und Denkmälern einer Kultur.

  • Ohne die Idee des Friedens in den Herzen der Menschen wird es keinen Frieden in der Welt geben.


Was ist Selbstverwirklichung?

Oft dreht sich der nach Selbstverwirklichung strebende Mensch nur noch um sich selbst. Darin bleibt er dann letztlich sogar mit weniger von einem wahren „sich selbst” zurück. Dieses Friedensmal ist ein Kreis. Du kannst eine lange Zeit darum gehen und Dich darum drehen und wirst dennoch immer bei den gleichen Steinen vorbeikommen - Steine als Projektionsflächen des Verstandes - immer und immer wieder. Aber wenn Du innehältst und wenn Du dann über diese graue „Schwelle der Demut” mit ihren schwarzen und weißen Punkten trittst, in den „Baum des Lebens”, in eine Beziehung mit Gott und dem innersten Punkt Deiner eigenen Seele, dann wirst Du deinem wahren Selbst begegnen.


Was ist der Baum des Lebens? Es ist das Gesetz des Lebens. Es ist nicht das Gesetz einer äußeren Autorität, sondern verinnerlichtes Gesetz, dass die Seele Leben habe (Neuer Bund, Jeremia 31,33). So wird „der Sohn” in uns geboren. Das bedeutet es, wenn sich Himmel und Erde in uns verbinden wie in einem Baum. Das bedeutet es, wenn ein Mann oder eine Frau ein Leben aus einer echten spirituellen Perspektive führt und zum „Sohn” oder zur „Tochter” Gottes wird.


Alte und neue Plakette (Sicht von oben auf das Friedensmal)

Die Hochstädter Straße des Friedens (Aktionskunst)

Links ist die bei der „Straße des Friedens” benutzte Plakette zu sehen. Das Bild darauf zeigt die ursprüngliche Planung des Friedensmals. Vom vergeblichen Ansatz „Frieden im Großen” zu stiften ging es über den schwierigen „Frieden im Kleinen” - die Hochstädter „Straße des Friedens” - zum „Frieden im Innern”; jener Ort, wo jeder die Macht hat wirklich etwas ins Lichtvollere zu wenden. - Beim „Frieden im Kleinen” hatten wir uns noch oft selbst umgangen (unserer-eigene-umgehung.de). Beim Frieden im Inneren wird der Frieden möglich.

Am Leben selbst entwickelte sich so das Design des Friedensmals weiter, nämlich vom Bild, das auf der linken Plakette zu sehen ist zum Bild auf der rechten Seite. So können wir miteinander und frei um den Baum des Lebens „tanzen”, frei von Narzismus und einfach geworden. Der helle Bereich im Ring um die Baumkrone ist symbolisch die Tanzfläche für den Tanz des Lebens. Im Friedensmal hat das Leben in seinem Tanz bereits den dunklen Ring, der für den entfremdeten Verstand steht, zu einem guten Teil wieder eingenommen.





Zum Verständnis wesentliche kurze Texte der Entwicklungzeit 1998 - 2011  (Link)

Im Jahr 1999 erschien das Buch „Wendepunkt - die Vision einer neuen Menschlichkeit” vom Initiator dieses Projektes Thomas Zieringer. Darin fand die Begriffsbildung statt: Wenn das Mahnmal die Auseinandersetzung mit Verletzungen aus der Vergangenheit thematisiert, dann müsste der neue Begriff „Friedensmal” die Integration im Prozess darstellen; also in die Konsequenz (Verantwortung) gehen und so auch heute für Heilung wirken. Es enstünde ein Gedenkkonzept, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. Ein Friedensmal ist also eine besondere Kategorie eines Friedensdenkmals. Das Friedensmal - darin ist das Mahnmal integriert - ist kein statisches Denkmal, sondern ist immer mit dem Prozess verbunden, die Last in einen Segen zu wandeln. Das hieße Verantwortung wahrzunehmen und heute dem Leben zu dienen.

Zwei kurze Texte aus dieser Entwicklungszeit:

--->   Ziele des Projektes

--->   Paradigmenwechsel im Gedenken



Abschluss

Wir bedanken uns beieinander (Pastor Mohr und ich). Darin ist zu sehen, was Yerushalayim bedeuten kann. Wenn sich eine Person nur bei der anderen bedankte, so würde die eine Person größer und die andere kleiner erscheinen - aber es geht doch nur zusammen. Wir sind die dezent gekleideten kleinen Figuren rechts im Bild, aber die großen Figuren hinter uns halten ganz still und wirken in der Szene gar nicht mehr größer, leuchtender und wichtiger. Sie scheinen das Geschehen mit ihrer Schönheit zu schützen, so dass sich ein Raum ergibt, in dem Yerushalayim, die Vision des Friedens, sein darf.


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Wie die Spitze einer Pyramide

Diese Ausarbeitung ist wie die Spitze einer Pyramide. Sie entstand in den Jahren 2011 - 2015. Darunter liegen zwei weitere Ausarbeitungen in Form einer Internet-Website. Die unterste Ebene der Pyramide ist eine Ausarbeitung zur „jüngeren deutschen Vergangenheit”; eine Anerkennung von Unrecht und Leid. Sie entstand in den Jahren 1998 - 2002. Die mittlere Ebene bildet die Brücke zwischen der auf dieser Website vorgestellten Lösung und dem Leid, das zuerst angesprochen wurde. Sie entstand zwischen den Jahren 2002 und 2011.

--->    www.Frieden.vision  -  die Grundlagen (frühere Arbeiten)


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